Corinne Brecher

Warum deine 3a-Lebensversicherung ein teurer Fehler sein kann – und wie du jetzt klug damit umgehst

Ich dachte, ich bin auf der sicheren Seite – und habe 7’000 Franken verloren.“
So beginnt die Geschichte meiner Kundin, die eigentlich alles richtig machen wollte.

Mit 19 Jahren sass sie bei einem angeblich „unabhängigen“ Versicherungsberater der damaligen AWD. „Du machst das Richtige“, sagte er zu ihr. Also unterschrieb sie: eine kombinierte Lebensversicherung, konservativ angelegt, bei einer bekannten Versicherungsgesellschaft. Altersvorsorge und Sicherheit – und das schon mit 19. 

Ein guter Plan, dachte sie. 🤓

Zwei Jahrzehnte später folgte das böse Erwachen: Die Police hatte sie mehr gekostet, als sie ihr je eingebracht hatte. Die Beratung selbst war zwar „gratis“ – bezahlt wurde anders: der Berater verlange nur zehn Namen aus dem Freundeskreis.

Kommt dir das bekannt vor?

Viele zahlen jahrelang in eine Versicherung ein, ohne genau zu wissen, was mit ihrem Geld geschieht. Irgendwann taucht das Gefühl auf, dass etwas nicht stimmt, doch der nächste Schritt ist unklar. Vielleicht stehst du auch gerade vor der Frage, ob eine 3a-Lebensversicherung für dich sinnvoll ist.

Dann lies weiter. Denn dieser Blog-Beitrag zeigt dir, warum viele 3a-Policen teure Fehlentscheidungen sind, wann sich eine Kündigung lohnt und wie du heute klüger mit deiner Vorsorge umgehst.

💡 Kurz erklärt 

Eine 3a-Versicherung verbindet die gebundene Vorsorge (Säule 3a) mit einem Versicherungsvertrag. Mit deinen regelmässigen Einzahlungen verfolgst du zwei Ziele gleichzeitig: Du sparst für deine Altersvorsorge und sicherst dich gegen Risiken wie Tod oder Erwerbsunfähigkeit ab.

Dein Beitrag wird dabei aufgeteilt. Ein Teil fliesst in den langfristigen Vermögensaufbau, ein anderer Teil deckt die Versicherungsleistungen. Zusätzlich werden Kosten für Verwaltung, Risikoprämien und Provisionen abgezogen. Wie gross die einzelnen Anteile sind, ist für Versicherte oft nur schwer nachvollziehbar, da die Aufteilung nicht immer transparent ausgewiesen wird.

Was steckt wirklich in deiner 3a-Lebensversicherung?

Viele 3a-Policen werben mit dem Versprechen, Altersvorsorge plus Schutz im Todesfall und/oder bei Erwerbsunfähigkeit. In Wahrheit aber landet nur ein Teil deiner Einzahlung im Vermögensaufbau. Der Rest geht für Risikoprämien, Abschlussprovisionen und Verwaltungskosten drauf.

Laut einer Berechnung von Smolio kommen oft nur 84 bis 91 Prozent deiner Beiträge wirklich in deinem „Spar-Topf“ an. Das ist fatal, denn dein Vorsorgekapital soll Jahrzehnte lang für dich arbeiten. Und hohe Kosten fressen langfristig deine Rendite auf.

Deshalb mein Grundsatz: Sparen und Versichern gehören getrennt.

Todesfallversicherung mit 20 Jahren?

Hinzu kommt, dass die Policen oft im jungen Alter abgeschlossen werden und zwar meist bis zum Alter von 65 Jahren. In dieser langen Zeit kann viel passieren. Wer beispielsweise frühzeitig in Rente gehen will oder muss, steht mit einer starren Versicherungslösung schnell vor Problemen. Die Prämien müssen weitergezahlt werden, ob man will oder nicht. Das macht unflexibel.

Und das ist kein Zufall. denn lange Laufzeiten bedeuten hohe Provisionen für die Vermittler, aber nicht unbedingt besseren Schutz für dich.

Dabei braucht eine 20-jährige, ledige Person in der Regel keine Todesfallversicherung. Prüfe deshalb sorgfältig, welchen Versicherungsschutz du wirklich benötigst, bevor du dich langfristig bindest.

Eine Geschichte, wie sie viele erlebt haben

Meine Kundin hat es bitter erfahren. Mit 19 Jahren unterschrieb sie die kombinierte Lebensversicherung. Jahrelang fühlte sie ein Unbehagen, wenn sie an ihre Versicherung dachte, wusste aber nicht, wie sie da wieder herauskommt. Der Gedanke, etwas falsch zu machen oder am Ende schlechter dazustehen, hielt sie davon ab, etwas zu ändern. Also tat sie aus Unsicherheit und Angst lieber gar nichts. Bis sie 40 war.

Vor einem halben Jahr wagte sie den Schritt: Sie überprüfte ihre Lebensversicherung im Detail und löste diese nach sorgfältigem Abwägen auf. Das Ergebnis: ein Verlust von CHF 7’000 – bei einem Produkt, das ihr eigentlich Sicherheit versprochen hatte. 

Der Grund dafür lag nicht in kurzfristigen Marktschwankungen, sondern in der Struktur der Versicherung selbst: Ein erheblicher Teil ihrer Einzahlungen floss über Jahre hinweg in Kosten, Risikoprämien und Provisionen statt in den Vermögensaufbau. Der Verlust entstand nicht nur durch diese Kosten, sondern wurde zusätzlich durch die schwache Performance der gewählten Fonds verstärkt. 

Entscheidend ist jedoch: Selbst gut laufende Anlagen hätten die strukturellen Kosten des Vertrags kaum ausgleichen können. Beim vorzeitigen Ausstieg erhielt sie deshalb deutlich weniger zurück, als sie insgesamt einbezahlt hatte. 

Doch das ist nicht das Ende der Geschichte. Sie wechselte zu einem günstigen 3a-Depot, investierte in ein ETF-Portfolio. Transparent, kostengünstig, flexibel. Nach nur fünf Monaten waren bereits 1’200 Franken wieder „drin“. Das ist echtes Vermögenswachstum.

Wann lohnt sich die Kündigung einer 3a-Lebensversicherung?

Eine pauschale Antwort gibt es nicht. Eine vorzeitige Kündigung kann sinnvoll sein, muss aber gut durchdacht sein. Denn in vielen Fällen fällt beim vorzeitigen Ausstieg ein erheblicher Verlust an. Und besonders in den ersten Jahren kann dieser sehr hoch sein.

Bevor du also eine Entscheidung triffst, prüfe genau mithilfe der folgenden Fragen🔎:

  • Wie hoch ist der aktuelle Rückkaufswert?

    Das ist der Betrag, den du erhältst, wenn du deine Police heute auflöst. Er liegt oft deutlich unter dem einbezahlten Betrag. Der Hauptgrund dafür sind die Abschlusskosten: Kosten für Beratung, Vertrieb und Administration, die zu Beginn des Vertrags anfallen. Sie werden über deine Beiträge finanziert und in den ersten Jahren abgezogen. Wer früh aussteigt, hat diese Kosten bereits bezahlt, ohne dass entsprechend Kapital aufgebaut wurde.

  • Wie lange läuft die Police noch?

    Ist der Ablauf in naher Zukunft, kann es sich lohnen, einfach abzuwarten, statt vorzeitig zu kündigen. Ist die Vertragslaufzeit hingegen noch lang, kann eine frühzeitige Auflösung mit Reinvestition in eine bessere, kostengünstigere Anlagelösung sinnvoll sein.

  • Wird der gesparte Betrag investiert? Falls ja: Wie performen die Anlagefonds deiner Police?

    Vielleicht hast du Glück und du bist bei deiner Versicherung investiert und diese Fonds bringen über die Jahre eine Rendite ähnlich wie breit diversifizierte ETFs (ca. 5–7 % p.a.). In solchen seltenen Fällen kann der Police langfristig der Vorzug gegeben werden, aber das solltest du genau prüfen. Leider ist in vielen Fällen die Performance mager, während die Kosten hoch bleiben.

  • Welche Risiken sind abgesichert? Und wie willst du zukünftig vorsorgen?

    Mit der Police sind oft Leistungen wie ein Todesfallkapital oder eine Prämienbefreiung bei Erwerbsunfähigkeit eingeschlossen. Falls du die Police auflöst, fallen diese Schutzkomponenten weg. Prüfe also: Wie gross ist dein aktueller Absicherungsbedarf? Und wie kannst du diese Risiken zukünftig separat und eventuell günstiger absichern? Beachte, dass du in einem solchen Fall in der Regel auch wieder Gesundheitsfragen beantworten musst.

  • Welche Versicherungsleistungen gibt es im Fall von Erwerbsunfähigkeit und/oder Todesfall?

    Manche Policen beinhalten garantierte Leistungen bei Ablauf. Diese solltest du schriftlich einholen und mit dem aktuellen Rückkaufswert vergleichen. Nur so erkennst du, wie viel du tatsächlich erwarten kannst – und ob sich das Festhalten an der Police lohnt.

  • Gibt es eine Zwischenlösung?

    Anstelle einer kompletten Auflösung gibt es oft Wege dazwischen: Die Police wird beitragsfrei weitergeführt, du zahlst nichts mehr ein, behältst aber den bisherigen Vertrag und bestimmte Absicherungen. Das kann eine elegante Lösung sein, wenn du dich noch nicht endgültig entscheiden willst. Kläre diese Option mit deinem Versicherer. Spare dann mit einer anderen, kostengünstigeren Lösung für eine Altersvorsorge.

Fazit: Trenne Sparen und Versichern

Die Wahrheit ist unbequem: Viele 3a-Lebensversicherungen sind unflexibel, teuer und bringen wenig. Vor allem für Frauen, die finanziell selbstbestimmt vorsorgen wollen, ist das ein Problem. Dieser Schockmoment bei der Altersvorsorge ist leider typisch für viele Frauen in der Schweiz. Lies hier mehr über den Schockmoment bei der Altersvorsorge.

Deshalb gehören Sparen und Versichern getrennt. 🚀

Baue deine Altersvorsorge mit einem kostengünstigen 3a-Depot auf und sichere die Risiken Todesfall und Erwerbsunfähigkeit separat ab. Und lass dich nicht von Hochglanzbroschüren blenden. Hol dir unabhängigen Rat und entscheide aus einer Position der Stärke. Denn deine Altersvorsorge soll dir dienen, nicht den Provisionen eines Vermittlers.

Wissen ist dein bester Schutz

Die Erkenntnis über eine teure Police kann schmerzhaft sein. Aber es kann auch als Startschuss für deinen Weg in die finanzielle Unabhängigkeit dienen. Willst du niemals wieder blind Verträge unterschreiben und deine Altersvorsorge selbst in die Hand nehmen?

Lerne, wie du mit der 3-Portfolio-Strategie dein Geld selbstbestimmt anlegst:

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Bild von Corinne Brecher - Finanziell stark als Frau

Corinne Brecher - Finanziell stark als Frau

Corinne Brecher hilft Frauen ihr finanzielles Potential zu erkennen, auszubauen und zu leben. Dazu gehört das Aufzeigen von Wegen und Lösungen, wie Geld an der Börse arbeitet, wie Vorsorgelücken optimiert und geschlossen werden und was es wirklich braucht, um finanziell unabhängig zu werden, zu sein und zu bleiben.

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